Eine der großen Schwächen Wikipedias ist es, dass es keine ordentlich funktionierenden Abstimmungsverfahren gibt, anhand derer beispielsweise entschieden wird, welche Veränderungen an einer Seite übernommen werden oder welche Artikel ein bestimmtes Güteprädikat erhalten. Die Konsequenz sind sogenannte Edit-Wars: Zwei oder mehr Autoren machen im fröhlichen Wechselspiel vorgenommene Änderungen des jeweils anderen Autoren rückgängig. Zur Vertrauenswürdigkeit von Inhalten und zur Qualität der größten Online-Enzyklopädie der Welt trägt dies sicherlich nicht bei.

Im Zuge des Übersetzungsprozesses des Facebook haben sich die Macher des weltweit größten sozialen Netzwerks nun etwas kluges einfallen lassen: Zum einen greifen sie, ähnlich wie Wikipedia, auf die sogenannte “Peer Production” zurück und nutzen die Kompetenzen der internationalen User zum Übersetzen sämtlicher Text-Inhalte des Facebook. Zum anderen - und hier sind sie der Wikipedia einen Schritt voraus - haben sie einen Peerreviewing-Prozess für jeden übersetzten Inhalt eingeführt: Die User bewerten ob ihnen eine Übersetzung adäquat vorkommt oder nicht und können gleichzeitg alternative Übersetzungen hinzufügen.

Als Anreiz wurde eine Bestenliste eingeführt, in der sich die Nutzer mit den meisten “guten Übersetzungen” ihre Gratifikation abholen können. Die Versionen mit den meisten Zustimmungen werden in die deutschsprachige Version des Facebook übernommen.

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1. Bild: Die zu übersetzenden Inhalte werden grün unterstrichen dargestellt, wenn man das Übersetzungs-Panel aktiviert hat.
2. Bild: Mit Pro- und Contra-Pfeilen können Übersetzungen bewertet werden.
3. Bild: Alternative Übersetzungen können eingetragen werden.
4. Bild: Die führenden Übersetzer.

Foto von: http://www.flickr.com/photos/hamburgerjung/

Posted in Medienwandel at Februar 8th, 2008. No Comments.