Leide derzeit unter akuten Schlafstörungen. Korreliert eng mit der Anzahl der Dinge, die ich ich zu erledigen habe und der Zeit bzw. dem Raum diese Dinge zu erledigen bzw. der Fähigkeit sich von diesen Dingen gedanklich zu befreien (Stressmanagement).
Die Schlafstörungen führen dazu, dass ich nachts fern sehe. Gestern z. B. WDR. WDR hat ein interessantes Programmkonzept für den Sonntagabend. Ich habe das mal grafisch dargestellt:
Bei Rockpalast spielen irgendwelche unbekannten Musiker Musik. Mehr nicht. Ich mag es nicht. Es ist langweilig und es ist keine Musik, die mir gefällt. Es ist irgendwie frühe 90er-Jahre. Bloggen = ja auch Meinungsmache. Das führt dazu, dass ich auf ZDF umschalten muss. Dort kommt das philosophische Quartett. Wenn der WDR klug wäre, dann würden sie das Niveau auch nach 00:15 hoch halten und TV Noir kaufen (mieten, übernehmen, anheuern, ausstrahlen). Dort war ich gestern abend vor 00:15. Eine sehr schöne Show mit Agnes Obel und Mikroboy. Ich hatte TV Noir schon einmal im Internet gesehen und hatte es auf meine Kultur-ToDo-Liste geschrieben. Agnes ist blond und niedlich. Ich kannte sie vorher nicht. Sie ist Dänin und klingt - abstrakt - ähnlich wie Yael Naim. Deswegen hat die deutsche Telekom auch ihr Lied gekauft und es zur Untermalung ihres T-Mobile Spots verwendet.
“Das ist s[ch]on komis[ch]“, meint Agnes dazu. Niedlich, gell. Mikroboy ist auch eine gute Gruppe. Der Sänger ist sympathisch. Ich mag auch das Plattencover ihres Albums. Oft geht es ja um Sympathie und Ästhetik. Ich mag zum Beispiel Revolverheld nicht. Nicht die Musik von denen, die mag ich auch nicht, aber irgendwie mag ich die Band nicht. Wir sind Helden finde ich zum Beispiel sympathisch. Tomte finde ich nicht symapthisch. Die Sportfreunde Stiller finde ich sympathisch. Die Musik von Mikroboy fand ich auch gut. Der Sänger sieht sehr unterhaltsam aus beim Singen und sein Freund Steffen oder Stefan im Hintergrund hatte ein sehr langes Pony und einen dichten Bart.
Während Agnes Obel “ein bischen melancholis[ch]e Musik” machte, war die Musik von Mikroboy schneller. Das war eine sehr harmonische Mischung. Tex Drieschner, selber Musiker, Moderator und Erfinder von TV Noir ist schlagfertig, unterhaltsam und eine coole Sau. Das Konzept: Es gibt ein fleischgewordenes Jingle mit Goldkrönchen, einen Überraschungsgast aus dem Publikum, kurze Interviews, 3 Akustik-Lieder der Künstler, jeweils einen Coversong jedes Künstlers und ein Lied, das vom Publikum bestimmt werden darf, Couch, Couchtisch und goldenen Bilderrahmen. Hatte ich schon erwähnt, dass Cello ganz toll klingt?
Tex hat auf der re:publica in der Reihe “Lagerfeuergespräche von Innovatoren” sein Konzept vorgestellt. Liebe Programmdirektion des WDR einfach mal reinhören. Bislang läuft TV Noir noch beim OK-Berlin (Alex TV o. so ä.). Neben seinem eigenen innovativen Erfolgskonzept hat Tex fünf weitere “Digitale Innovatoren” eingeladen, die auf der re:publica unter dem Label “Innovators by the fire” ihre Ideen vorgestellt und diskutiert haben:
- Diskussionsrunde: Was macht Eure Ideen erfolgreich?
- Tim Leberecht: Transformation durch Design
- Tex Drieschner: TV Noir
- Ipepe Rubingh: Chessboxing
- Thomas Prauss: Chaotisch vs. totgeplant / Von der Organisation der Innovation
- Manik Surtani: Communities from the Scratch
Nachtrag: Bei der Titelgebung dieses Beitrags habe ich mich zu Teilen von einer überaus erfolgreichen Veranstaltung des Fachschaftsrats Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt inspirieren lassen: Podiumsdiskussion “Innovationsstau im TV“, 30. Juni 2009 (Toller Reim btw!)














