Sitze gerade an unserem Forschungsbericht zur außenpolitischen Öffentlichkeit Zivilgesellschaft zu außenpolitischem Challengertum. Bin dabei auf ein schönes Internetzeitalter-Wissenschafts-Zeitvertreib-Spiel gestoßen: “Prokrastinierender Student sucht den optisch coolsten Wissenschaftler“.

Dabei fielen mir mal wieder die drei grundsätzliche Fehlannahmen, die beim Lesen von Wissenschaftslektüre auftreten, auf:

  1. Der Autor des Textes ist ein Nerdy-Scientist.
  2. Der Autor des Textes ist ein Autor.
  3. Der Autor des Textes ist mindestens 100 Jahre alt.

So ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich mir unter den sozialwissenschaftlichen Größen hochgradig-bucklige, dick-bebrillte Strickpulloverträger mit der Ausstrahlung eines leeren Pappkartons vorstelle. Dieses Bild mag auf Naturwissenschaftler vielleicht zutreffen (hier fehlen mir empirisch gesicherte Daten), Sozialwissenschaftler sind jedoch stylischer als man es vermuten mag.

Zwar ist zweiteres die Regel, aber neben männlichen Autoren gibt es auch einige wenige Wissenschaftlerinnen. Spätestens seit den Seminaren bei einigen fitten Dozentinnen gehe ich deshalb nicht mehr per se davon aus, dass ein Wissenschafts-Text von einem Mann verfasst wurde und vermeide ungeprüft “der Autor” zu sagen/schreiben.

Die dritte Annahme mag auch daher rühren, dass man sich bei der Lektüre einiger Texte kaum vorstellen kann, dass man selbst in einem überschaubaren Zeitraum in der Lage sein wird, ähnliches soziologisches Vokabular auch nur annähernd so kreativ und unverständlich anspruchsvoll zu komponieren. Dennoch sind eingie Wissenschaftler trotz lang andauerndem publizistischem Schaffen noch relativ jung.

However. Hier geht es jetzt erstmal um die Most-Stylo-Wissenschaftler. Mein Sample beruht auf dem Auswahlkriterium “werden in dem Text erwähnt den ich gerade lese”. Von oben links nach unten rechts findet ihr:

  • Thomas Jäger, Niklas Luhmann, Jürgen Donges
  • Barry Buzan, Janina Curbach, Gadi Wolfsfeld
  • Otfried Jarren, Jürgen Habermas, Ole Holsti
  • Dieter Rucht, Wolfgang Merkel, Jürgen Gerhards

Nun die Abstimmung: Wer ist der most stylo Scientist? Habt ihr noch coolere Sozial- oder Geisteswissenschaftler auf der Pfanne?

Posted in Allgemein at März 17th, 2009. 9 Comments.

Berlington Post vom 08.03.2009

Berlington Post vom 26.02.2009

Berlington Post vom 25.02.2009

Die hier aufgeführten Presseberichte stammen

Visit his Blog: http://ruepislife.wordpress.com/

Posted in Allgemein at März 8th, 2009. No Comments.

Posted in Allgemein at März 2nd, 2009. 7 Comments.

Posted in Allgemein at Februar 26th, 2009. No Comments.

Posted in Allgemein at Februar 24th, 2009. No Comments.

Jeden Tag gibt es innerhalb der nächsten Wochen aktuelle Schlagzeilen von unserer Forschungs-Exkursion in Berlington D. C.

Posted in Allgemein at Februar 23rd, 2009. 1 Comment.

Es ist vorbei. Zoomer.de, das Web 2.0-Nutzer-generieren-Nachrichten-Portal wird dichtgemacht. Noch im vergangenen Jahr versuchte Frank Syré, Chefredakteur der Online-Zeitung, im Rahmen einer Podiumsdiskussionm, die von unserem Fachschaftsrat organisiert wurde, dem interessierten Web-affinen Publikum einzureden zu erklären, warum das Konzept von Zoomer unheimlich Web 2.0 ist.

Das tolle sei, so Syré, dass die Zeitungsleser Zeitungsnutzer mitbestimmen können, wie wichtig ein Artikel ist. Berechnet wird die Bedeutung eines Artikels nicht mittels eines differenzierten Ratingsystems, das für die Bereiche “Unterhaltungswert”, “gesellschaftliche Relevanz” o. ä. verschiedene Skalen bereit hält, sondern - Achtung, Innovation! - durch die Seitenaufrufe, also die Klicks pro Artikel.  Wenn also beispielsweise ganz viele Leute auf den Artikel “Hochhausbrand in Peking: Feuerwerk war Schuld” klicken, weil sie das Bild mit dem brennenden Hochhaus interessant finden, dann wird dieser Artikel nach oben gespült. Unabhängig davon, ob die Leser den Artikel tatsächlich als den wichtigsten oder relevantesten Artikel einstufen würden.

Der Mängel im Rating-System war man sich bei den Holtzbrinck-Jungs von Zoomer wohl bewusst. So baute man einen Regulator ein: Die Relevanz der Artikel wird nicht nur von den Nutzer-Klicks eingestuft, sondern auch die Redaktion kann jedem Artikel einen Relevanz-Wert zuweisen. (Vielleicht merkte man auch, dass es zu den journalistischen Leistungen gehört Informationen nach ihrer Relevanz zu bewerten.)

Insgesamt kann ein Artikel 10 Punkte bekommen. 5 von der Redaktion, 5 durch die Nutzer-Klicks. Ob dieses Konzept die Nutzer als Beteiligte tatsächlich ernst nimmt stelle ich dabei mal in Frage und der Mehrwert eines solchen Angebots ist auch begrenzt. Ich glaube, dass diese Alibi-Hybrid-Lösungen, die versuchen ein digitalisiertes klassisches Medienformat, wie die Zeitung, mit den Prinzipien des Web 2.0 zu verschmelzen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind. Auf der einen Seite geht es um aufwendige Recherche und Orientierungshilfe, auf der anderen Seite um Offenheit für eine Masse von flexiblen Informationen und soziale Vernetzung.

Bezeichnend dafür wie Nutzergeneriert die News bei Zoomer sind, ist die Reihenfolge der zehn Top-Artikel am gestrigen Abend:

  1. Billionen-Programm: Wie die USA die Krise meistern wollen (Redaktion: 4,8; Klicks: 4,3; Kommentare: 1)
  2. Einfühlsam mit norwegischer Gelassenheit: “Glowing Stars” (Redaktion: 4,6; Klicks: 4,3; Kommentare: 10)
  3. Hochhausbrand in Peking: Feuerwerk war schuld (Redaktion: 3,7; Klicks: 4,5; Kommentare: 18)
  4. Wenn die Titanic absäuft braucht man Rettungsbote (Redaktion: 4,3; Klicks: 3,5; Kommentare: 11)
  5. Äthiopien kaut Khat und wird träge (Redaktion: 3,1; Klicks: 4,3; Kommentare: 17)
  6. Sozialhilfe für Achtlingsmutter - Oma sauer (Redaktion: 3,2; Klicks: 3,8; Kommentare: 18)
  7. Ballack und Bierhoff haben sich wieder lieb (Redaktion: 3,1; Klicks: 2,8; Kommentare: 79)
  8. Es ist vorbei: Zoomer.de geht bald offline (Redaktion: 0,7; Klicks: 5,0; Kommentare: 320)
  9. Obama will Atomwaffen verschrotten (Redaktion: 2,6; Klicks: 3,0; Kommentare: 52)
  10. Sterbehilfe: Italienische Koma-Patientin tot. (Redaktion: 2,7; Klicks: 2,3; Kommentare: 38)

Mittel- und langfristig könnte ich mir gut vorstellen, dass sich zwei online-Angebotstypen  ausdifferenzieren werden:

  • Typ A: Zum einen professionelle digitale Medienangebote, die den klassischen Zeitungs- und Rundfunkangeboten entsprechen: Eine Redaktion oder ein Redakteur beobachtet, verarbeitet, sortiert, produziert, veröffentlicht und archiviert Informationen und Meinungen. Das heißt nicht, dass die Anbieter nicht auch Plattformen vom Typ B für ihre Informationen nutzen könnten. Allerdings kommt es nicht auf die Menge der Informationen an, sondern auf deren Auswahl und Orientierungsqualität (Z. B. Online-Zeitungen, Blogs, Video-Blogs, Podcasts).
  • Typ B: Zum anderen Plattformen, auf denen unendlich viele Daten - ohne Filter - veröffentlicht und begutachtet werden können. Hier kommt es auf die Masse an Informationen an, wobei das nicht gleichzeitig einen Qualitätsverlust bedeuten muss. Das Prinzip und die Nutzung ist einfach ein anderes (Beispiele für solche Angebote: YouTube, FlickR, Delicious)

Dass es sinnvoll oder überhaupt möglich ist, die beiden Prinzipien miteinander zu verschmelzen, halte ich für fragwürdig. Ein Zwischenweg - keine Hybridlösung! - ist die sogenannte Peer-Production, wie sie etwa bei Wikipedia und Einestages.de betrieben wird oder auch das Angebot von Neon, bei dem User-Generated-Content neben redaktionellen Inhalten steht.

PS: Ein tolles Angebot Stile von Typ A ist das Zeug von BalconyTV!

Posted in Allgemein, Medienwandel at Februar 11th, 2009. No Comments.

Posted in Allgemein at Februar 3rd, 2009. 1 Comment.

Noch ein bisschen Adhoc-Wissenschaft zur späten Stunde: Derzeit keimt in gesellschaftlichen Institutionen, deren Existenz und Binnenkultur mehr oder weniger stark vom freiwilligen Engagement abhängt bzw. geprägt wird, ein Diskurs auf, der den Rückgang von ehrenamtlichen Teilhabern beklagt. Zum einen würden sich weniger Menschen engagieren, zum anderen würden diejenigen, die sich engagieren ein immer kleiner werdendes Zeitkontigent für die freiwillige Tätigkeit besitzen. Als Gründe werden private, berufliche und verstärkt auch schulische oder universitäre Verfplichtungen genannt.

Während man an dem gesellschaftlichen Zustand der Multioptionalität in Bezug auf Freizeitgestaltung nichts ändern kann (und dies auch nicht wollen sollte), sucht man nach Incentives, die gegen das Primat von Arbeit und arbeitsmarktorientierter Ausbildung bestehen können. So lauten die Ideen etwa “wir fordern/vergeben Credit-Points für ehrenamtliches Engagement” (so jüngst eine Forderung einiger Jugendfunktionäre in einem kirchlichen Jugendverband bzw. das Angebot der hiesigen Fachhochschule). Berufstätige will man darüber hinaus anregen verstärkt die Möglichkeit des Sonderurlaubs wahrzunehmen; andere Vorschläge möchten Ehrenamtler sogar mit höheren Geldsummen projektbasiert bezahlen.

Ich glaube nicht, dass diese kosmetischen Vorschläge die Problematik lösen, denn sie setzen nicht an der Wurzel des Problems an. Zivilgesellschaftliches Engagement lebt doch zu einem starken Teil von der Eigenmotivation der Bürger - von Freiwilligkeit. Die wissenschaftliche Theorie der Zivilgesellschaft modelliert diese Sphäre der Gesellschaft im Idealfall als korrektiven Gegenpol zu Staat und Markt. Die Ökonomisierung von Freiwilligkeit würde dem Problem also auf der falschen Ebene begegnen und die Hegemonie des Marktes über sämtliche Lebensbereiche noch fördern. Meine Forderung wäre vielmehr einen breiten Diskurs über den Stellenwert von Arbeit zu führen. Deutschland ist Arm an Lebensentwürfen, die das Leben zwischen 17 und 70 nicht - reduktionistisch verkürzt - als “Arbeitsleben” bezeichnen. Das größte Glück - so wird es zumindest vermittelt - liege darin Arbeit zu haben. Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut(!) lässt Menschen irrational zu selbstausbeutern werden.

Wir leben in einer Multioptionalen Gesellschaft. Meiner Meinung nach müssen mehr Freiheiten eingeräumt und vermittelt werden diese Multioptionalität auch nutzen zu können.

Posted in Allgemein at Januar 30th, 2009. 4 Comments.
  1. Adelsexpertin
  2. Maitre Chocolatier
  3. Social Entrepreneur
  4. All Around Facility Manager
  5. Privatier
  6. Dandy
  7. Avantgardist
  8. It-Boy
  9. Deposit-Bottle-Collector
  10. Make-up-Artist
  11. Systemgastronom

Nachtrag vom 3.2.2008: Hartz IV-Fahnder, Hassprediger, Mentalist

Posted in Allgemein at Januar 21st, 2009. 4 Comments.