Posted in Allgemein at Februar 24th, 2009. No Comments.

Jeden Tag gibt es innerhalb der nächsten Wochen aktuelle Schlagzeilen von unserer Forschungs-Exkursion in Berlington D. C.

Posted in Allgemein at Februar 23rd, 2009. 1 Comment.

Es ist vorbei. Zoomer.de, das Web 2.0-Nutzer-generieren-Nachrichten-Portal wird dichtgemacht. Noch im vergangenen Jahr versuchte Frank Syré, Chefredakteur der Online-Zeitung, im Rahmen einer Podiumsdiskussionm, die von unserem Fachschaftsrat organisiert wurde, dem interessierten Web-affinen Publikum einzureden zu erklären, warum das Konzept von Zoomer unheimlich Web 2.0 ist.

Das tolle sei, so Syré, dass die Zeitungsleser Zeitungsnutzer mitbestimmen können, wie wichtig ein Artikel ist. Berechnet wird die Bedeutung eines Artikels nicht mittels eines differenzierten Ratingsystems, das für die Bereiche “Unterhaltungswert”, “gesellschaftliche Relevanz” o. ä. verschiedene Skalen bereit hält, sondern - Achtung, Innovation! - durch die Seitenaufrufe, also die Klicks pro Artikel.  Wenn also beispielsweise ganz viele Leute auf den Artikel “Hochhausbrand in Peking: Feuerwerk war Schuld” klicken, weil sie das Bild mit dem brennenden Hochhaus interessant finden, dann wird dieser Artikel nach oben gespült. Unabhängig davon, ob die Leser den Artikel tatsächlich als den wichtigsten oder relevantesten Artikel einstufen würden.

Der Mängel im Rating-System war man sich bei den Holtzbrinck-Jungs von Zoomer wohl bewusst. So baute man einen Regulator ein: Die Relevanz der Artikel wird nicht nur von den Nutzer-Klicks eingestuft, sondern auch die Redaktion kann jedem Artikel einen Relevanz-Wert zuweisen. (Vielleicht merkte man auch, dass es zu den journalistischen Leistungen gehört Informationen nach ihrer Relevanz zu bewerten.)

Insgesamt kann ein Artikel 10 Punkte bekommen. 5 von der Redaktion, 5 durch die Nutzer-Klicks. Ob dieses Konzept die Nutzer als Beteiligte tatsächlich ernst nimmt stelle ich dabei mal in Frage und der Mehrwert eines solchen Angebots ist auch begrenzt. Ich glaube, dass diese Alibi-Hybrid-Lösungen, die versuchen ein digitalisiertes klassisches Medienformat, wie die Zeitung, mit den Prinzipien des Web 2.0 zu verschmelzen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind. Auf der einen Seite geht es um aufwendige Recherche und Orientierungshilfe, auf der anderen Seite um Offenheit für eine Masse von flexiblen Informationen und soziale Vernetzung.

Bezeichnend dafür wie Nutzergeneriert die News bei Zoomer sind, ist die Reihenfolge der zehn Top-Artikel am gestrigen Abend:

  1. Billionen-Programm: Wie die USA die Krise meistern wollen (Redaktion: 4,8; Klicks: 4,3; Kommentare: 1)
  2. Einfühlsam mit norwegischer Gelassenheit: “Glowing Stars” (Redaktion: 4,6; Klicks: 4,3; Kommentare: 10)
  3. Hochhausbrand in Peking: Feuerwerk war schuld (Redaktion: 3,7; Klicks: 4,5; Kommentare: 18)
  4. Wenn die Titanic absäuft braucht man Rettungsbote (Redaktion: 4,3; Klicks: 3,5; Kommentare: 11)
  5. Äthiopien kaut Khat und wird träge (Redaktion: 3,1; Klicks: 4,3; Kommentare: 17)
  6. Sozialhilfe für Achtlingsmutter - Oma sauer (Redaktion: 3,2; Klicks: 3,8; Kommentare: 18)
  7. Ballack und Bierhoff haben sich wieder lieb (Redaktion: 3,1; Klicks: 2,8; Kommentare: 79)
  8. Es ist vorbei: Zoomer.de geht bald offline (Redaktion: 0,7; Klicks: 5,0; Kommentare: 320)
  9. Obama will Atomwaffen verschrotten (Redaktion: 2,6; Klicks: 3,0; Kommentare: 52)
  10. Sterbehilfe: Italienische Koma-Patientin tot. (Redaktion: 2,7; Klicks: 2,3; Kommentare: 38)

Mittel- und langfristig könnte ich mir gut vorstellen, dass sich zwei online-Angebotstypen  ausdifferenzieren werden:

  • Typ A: Zum einen professionelle digitale Medienangebote, die den klassischen Zeitungs- und Rundfunkangeboten entsprechen: Eine Redaktion oder ein Redakteur beobachtet, verarbeitet, sortiert, produziert, veröffentlicht und archiviert Informationen und Meinungen. Das heißt nicht, dass die Anbieter nicht auch Plattformen vom Typ B für ihre Informationen nutzen könnten. Allerdings kommt es nicht auf die Menge der Informationen an, sondern auf deren Auswahl und Orientierungsqualität (Z. B. Online-Zeitungen, Blogs, Video-Blogs, Podcasts).
  • Typ B: Zum anderen Plattformen, auf denen unendlich viele Daten - ohne Filter - veröffentlicht und begutachtet werden können. Hier kommt es auf die Masse an Informationen an, wobei das nicht gleichzeitig einen Qualitätsverlust bedeuten muss. Das Prinzip und die Nutzung ist einfach ein anderes (Beispiele für solche Angebote: YouTube, FlickR, Delicious)

Dass es sinnvoll oder überhaupt möglich ist, die beiden Prinzipien miteinander zu verschmelzen, halte ich für fragwürdig. Ein Zwischenweg - keine Hybridlösung! - ist die sogenannte Peer-Production, wie sie etwa bei Wikipedia und Einestages.de betrieben wird oder auch das Angebot von Neon, bei dem User-Generated-Content neben redaktionellen Inhalten steht.

PS: Ein tolles Angebot Stile von Typ A ist das Zeug von BalconyTV!

Posted in Allgemein, Medienwandel at Februar 11th, 2009. No Comments.

Posted in Allgemein at Februar 3rd, 2009. 1 Comment.

Noch ein bisschen Adhoc-Wissenschaft zur späten Stunde: Derzeit keimt in gesellschaftlichen Institutionen, deren Existenz und Binnenkultur mehr oder weniger stark vom freiwilligen Engagement abhängt bzw. geprägt wird, ein Diskurs auf, der den Rückgang von ehrenamtlichen Teilhabern beklagt. Zum einen würden sich weniger Menschen engagieren, zum anderen würden diejenigen, die sich engagieren ein immer kleiner werdendes Zeitkontigent für die freiwillige Tätigkeit besitzen. Als Gründe werden private, berufliche und verstärkt auch schulische oder universitäre Verfplichtungen genannt.

Während man an dem gesellschaftlichen Zustand der Multioptionalität in Bezug auf Freizeitgestaltung nichts ändern kann (und dies auch nicht wollen sollte), sucht man nach Incentives, die gegen das Primat von Arbeit und arbeitsmarktorientierter Ausbildung bestehen können. So lauten die Ideen etwa “wir fordern/vergeben Credit-Points für ehrenamtliches Engagement” (so jüngst eine Forderung einiger Jugendfunktionäre in einem kirchlichen Jugendverband bzw. das Angebot der hiesigen Fachhochschule). Berufstätige will man darüber hinaus anregen verstärkt die Möglichkeit des Sonderurlaubs wahrzunehmen; andere Vorschläge möchten Ehrenamtler sogar mit höheren Geldsummen projektbasiert bezahlen.

Ich glaube nicht, dass diese kosmetischen Vorschläge die Problematik lösen, denn sie setzen nicht an der Wurzel des Problems an. Zivilgesellschaftliches Engagement lebt doch zu einem starken Teil von der Eigenmotivation der Bürger - von Freiwilligkeit. Die wissenschaftliche Theorie der Zivilgesellschaft modelliert diese Sphäre der Gesellschaft im Idealfall als korrektiven Gegenpol zu Staat und Markt. Die Ökonomisierung von Freiwilligkeit würde dem Problem also auf der falschen Ebene begegnen und die Hegemonie des Marktes über sämtliche Lebensbereiche noch fördern. Meine Forderung wäre vielmehr einen breiten Diskurs über den Stellenwert von Arbeit zu führen. Deutschland ist Arm an Lebensentwürfen, die das Leben zwischen 17 und 70 nicht - reduktionistisch verkürzt - als “Arbeitsleben” bezeichnen. Das größte Glück - so wird es zumindest vermittelt - liege darin Arbeit zu haben. Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut(!) lässt Menschen irrational zu selbstausbeutern werden.

Wir leben in einer Multioptionalen Gesellschaft. Meiner Meinung nach müssen mehr Freiheiten eingeräumt und vermittelt werden diese Multioptionalität auch nutzen zu können.

Posted in Allgemein at Januar 30th, 2009. 4 Comments.
  1. Adelsexpertin
  2. Maitre Chocolatier
  3. Social Entrepreneur
  4. All Around Facility Manager
  5. Privatier
  6. Dandy
  7. Avantgardist
  8. It-Boy
  9. Deposit-Bottle-Collector
  10. Make-up-Artist
  11. Systemgastronom

Nachtrag vom 3.2.2008: Hartz IV-Fahnder, Hassprediger, Mentalist

Posted in Allgemein at Januar 21st, 2009. 4 Comments.

Steve Jobs hat Brandenburg gekauft und direkt in den klassischen Mac-Stil umgetaltet!

Posted in Allgemein at Januar 11th, 2009. 3 Comments.

Aus verschiedenen aktuellen Anlässen, mein Nachtrag zu Weihnachten:

Vor ungefähr zweitausend Jahren soll es passiert sein: Gott wurde Mensch in Jesus. Denn so sehr hatte er die Welt und alles was auf und in ihr war lieb.

Warum nun entwickelt sich mancher Mensch zum Un-, zum Nicht-Menschen, wenn er sich das Siegel Christi Prädikat Christ auf die Brusttasche steckt oder an die Heckscheibe seines Kraftfahrzeugs klebt? Warum beginnt er den Fehler im Nächsten, im Anderen zu suchen anstatt ihn zunächst einmal lieb zu haben und anzunehmen - so wie er ist? Zunächst und nochmal zunächst und nochmal zunächst und immer weiter. Warum ist er bestrebt die Welt zu sortieren in WIR und DIE und ‘cui bono’ - wem nützt dies? Ist es nötig, um die zu bekehrenden Heidenscharen klarer ins mentale Gatter zu pferchen und ihnen dann mehr schlecht als recht ‘den Herrn Jesus lieb zu machen’? Hat man Angst der Himmel sei zu klein für alle? Vielleicht ist es auch Missgunst, die aus falsch verstandener Nachfolge, einem fanatischen Regelglaube, resultiert: “Wenn ich mich hier abmühe vorzugaukeln sicheren Schrittes auf dem schmalen Pfad entlangzuschreiten, dann will ich nicht, dass der vermeintlich Andersartige das Gleiche bekommt wie ich.” Oder ist es das was sich Bekehrung schimpft und nicht zur Umkehr, sondern zur Abkehr entartete? Man möchte dem ein oder anderen zur Verbrüderung zurufen: “Sünder, Sünder, wir waren, sind und bleiben doch alle Sünder!” Der eine mehr, der andere weniger ’stets bemüht’. Aber doch geliebt, befreit zum Sünder sein und gleichzeitig davon befreit. Entkrampfe und werde Mensch! Weg mit der tiefsitzenden Menschenfeindlichkeit, die nicht nur auf den anderen bezogen ist, sondern auch unbarmherzig den Menschen im ‘alten’ und ‘neuen’ Ich verneint! Barmherzigkeit fängt nicht erst beim Nächsten an. Weg mit dem Nihilismus der uns umgibt. Erst der echte, menschliche Sünder kann dem menschlichen Sünder liebevoll begegnen, nicht der sich selbtst - den Menschen - verneindende heilig-Scheinende. So sagt es die Weihnachtsgeschichte: Gott hat sich nicht nur herabgelassen sondern ist Mensch geworden, um dem Menschen in Liebe zu begegnen und ihn aufzufordern es ihm gleich zu tun, ihm nachzufolgen, damit’s ‘was wird’ mit der Welt, die ihm am Herzen liegt.

Um es frei nach Gerrit mit Luther zu sagen: Sei befreit, befreit tapfer zu sündigen und noch tapferer zu glauben. Werde Mensch und hab die Welt lieb.

Posted in Allgemein at Januar 5th, 2009. 4 Comments.

“… und wünsche ich dir, deiner Freundin und deiner Family entspannte und gesegnete Weihnachtstage…”

Das war das Ende der SMS, die ich gestern, auf der Heimfahrt von Erfurt nach Schwartau, an meinen Mitbewohner schickte, woraufhin mich dieser heute Mittag interessiert anrief: Er habe sich gerade an meine SMS erinnert und wolle ‘den Christen in mir’ einmal fragen, was es denn mit dieser Seligpreisung auf sich habe. Ich fragte leicht irritiert, welche Seligpreisung er meine und wurde von einem Funkloch unterbrochen. Einige Minuten später vibrierte folgende SMS in meiner Jacke: “Wohl ein Funkloch [...] meine frage bezog sich darauf, was ein gesegnetes von einem nicht gesegneten Fest unterscheidet”.

Dialektisch scheint “ein verfluchtes Fest” wohl dem gesegneten Fest diametral gegenüberzustehen. Nun fällt es mir schwer über Flüche zu schreiben, da ich damit spontan erstmal irgendwelche okkulten Späße verbinde. Es fällt mir leichter zu formulieren, was ich mit Segen und einem gesegneten Fest assoziiere und was ich jemandem zusprechen möchte, wenn ich ihm ein (von Gott) gesegnetes Weihnachtsfest wünsche:

Ich wünsche ihm Kraft,
ich wünsche ihm Gottes Wohlwollen,
ich wünsche ihm ein inneres Glück,
ich wünsche ihm ein inneres Wachsen,
ich wünsche ihm Gottes Schutz,
ich wünsche ihm Bewahrung,
ich wünsche ihm Gottes gütige Zuwendung, Geborgenheit und Frieden.

Auch Dir wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachten!

PS: Und lasst Euch vom “Supersymbolfoto”, das von http://www.flickr.com/photos/gattusoforever/ kommt, nicht irritieren.

Posted in Allgemein at Dezember 23rd, 2008. 5 Comments.

Oder auch: ‘Der Student kann das Studiensystem verändern

Seit der flächendeckenden Einführung des (neoliberalen) Bachelor-Master-Studiensystems klagen viele Studenten über die verschulte und komprimierte “Turboisierung” ihres Studiums: Es gilt in kurzen Abständen Leistungstests zu bestehen und Module in eng definierten Zeiträumen zu absolvieren, um dann nach einer Regelstudienzeit von planmäßig 6 Semestern von der Hochschule auf den Arbeitsmarkt gespien zu werden. Stress, Leistungsdruck und Angst sind die Auswirkungen dieser Reform, die wiederum einen Rückgang an Freizeit und Freiheit - schwindende Freiräume für soziales Engagement und eine Blick über den Tellerrand - zur Folge haben.

Doch ist die Situation nicht ausweglos und “das System” lässt durchaus Freiräume, die es gilt vom Einzelnen bzw. vom Kollektiv der Einzelnen genutzt zu werden.

Schon Herbert Marcuse stellte in seinem Werk ‘Der eindimensionale Mensch‘ fest, dass

“die fortgeschrittene Industriegesellschaft [zwar] imstande ist, qualitative Änderung [der Lebensumstände der Menschen] für die absehbare Zukunft zu unterbinden [...], dass [aber gleichzeitig] Kräfte und Tendenzen vorhanden sind, die diese Eindämmung durchbrechen und die Gesellschaft sprengen können.”

Letztlich besitzen also die Menschen die Kraft gesellschaftlich oder systemisch bedingte Unzulänglichkeiten zu “sprengen” bzw. zu überwinden. Ein wundervolles Beispiel hierfür bietet eben jenes BA-Studiensystem, das hier in Erfurt derzeit von den Studenten gesprengt wird. Während von der durch wirtschaftliche Interessen gelenkten Bildungspolitik und Hochschulleitungen Kürze und Berufsqualifikation propagiert und als die Besonderheit des Studiums glorifiziert werden, entschließen sich immer mehr Studenten dazu ihre Studienzeit auf 7 Semester oder mehr auszuweiten und sich dabei ein Semester im Ausland zu entspannen oder in Interessengebiete zu versenken.

Das ist schlecht für die Hochschulen. So wurde beispielsweise die Erfurter Universität immer mehr ökonomisiert und erhält mittlerweile nur noch Mittel, wenn sie eine möglichst hohe Zahl von Studenten in der Regelstudienzeit durch ihr Studium schleust. Also: Statistik ist im Arsch, weniger Geld.

Das ist gut für die Studenten, die beginnen zu reflektieren und sich aus der Fessel des systemischen Zwangs zu befreien - Dinge tun, die man tun möchte, aus sich heraus.

Und das ist gut für die Gesellschaft, die vielleicht auch beginnt sich zu fragen: Was will ich leisten, was kann ich leisten, warum mache ich das überhaupt usw. usf.

Posted in Allgemein at Dezember 18th, 2008. No Comments.