Im Kino gewesen. Die Buddenbrooks, die Verfilmung Thomas Manns nobelbepriesenen Romans über den Verfall einer (lübecker) Kaufmannsfamilie. Ein ganz netter Film, der leider total verkitscht und oberflächlich in einer wenig innovativen Machart daherkommt. Glänzende Goldschrift und überstrahltes Kerzenfunkeln, Überbetonung von Kostümen und Pomp. Zwanghafte Präsentation Lübecks historisch-architektonischer Baudenkmal-Fragmente, stets bemüht durch geschickte Bildmontage und Kameraperspektive die jüngeren Stadtelemente zu verbergen (Lübecks Kirchtürme im Nebel; viele Giebelfotos der alten Patrizierhäuser). Leider blieb der Film weitestgehend dabei Bilder (wenn auch nicht gerade die handwerklich umwerfendst inszenierten) zu präsentieren. Die nebenbei erzählte Geschichte war interessant, allerdings nicht sonderlich tiefgehend. Die innere Zerissenheit der Charaktere in einer Zeit politischen und gesellschaftlichen Wandels hätte durchaus mehr hergegeben, verlor aber hinter der Oppulenten-Fassade einiges an Bedeutung.
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