Im Kino gewesen. Die Buddenbrooks, die Verfilmung Thomas Manns nobelbepriesenen Romans über den Verfall einer (lübecker) Kaufmannsfamilie. Ein ganz netter Film, der leider total verkitscht und oberflächlich in einer wenig innovativen Machart daherkommt. Glänzende Goldschrift und überstrahltes Kerzenfunkeln, Überbetonung von Kostümen und Pomp. Zwanghafte Präsentation Lübecks historisch-architektonischer Baudenkmal-Fragmente, stets bemüht durch geschickte Bildmontage und Kameraperspektive die jüngeren Stadtelemente zu verbergen (Lübecks Kirchtürme im Nebel; viele Giebelfotos der alten Patrizierhäuser). Leider blieb der Film weitestgehend dabei Bilder (wenn auch nicht gerade die handwerklich umwerfendst inszenierten) zu präsentieren. Die nebenbei erzählte Geschichte war interessant, allerdings nicht sonderlich tiefgehend. Die innere Zerissenheit der Charaktere in einer Zeit politischen und gesellschaftlichen Wandels hätte durchaus mehr hergegeben, verlor aber hinter der Oppulenten-Fassade einiges an Bedeutung.

Posted in Kulturelle Artefakte at Dezember 31st, 2008. No Comments.

“… und wünsche ich dir, deiner Freundin und deiner Family entspannte und gesegnete Weihnachtstage…”

Das war das Ende der SMS, die ich gestern, auf der Heimfahrt von Erfurt nach Schwartau, an meinen Mitbewohner schickte, woraufhin mich dieser heute Mittag interessiert anrief: Er habe sich gerade an meine SMS erinnert und wolle ‘den Christen in mir’ einmal fragen, was es denn mit dieser Seligpreisung auf sich habe. Ich fragte leicht irritiert, welche Seligpreisung er meine und wurde von einem Funkloch unterbrochen. Einige Minuten später vibrierte folgende SMS in meiner Jacke: “Wohl ein Funkloch [...] meine frage bezog sich darauf, was ein gesegnetes von einem nicht gesegneten Fest unterscheidet”.

Dialektisch scheint “ein verfluchtes Fest” wohl dem gesegneten Fest diametral gegenüberzustehen. Nun fällt es mir schwer über Flüche zu schreiben, da ich damit spontan erstmal irgendwelche okkulten Späße verbinde. Es fällt mir leichter zu formulieren, was ich mit Segen und einem gesegneten Fest assoziiere und was ich jemandem zusprechen möchte, wenn ich ihm ein (von Gott) gesegnetes Weihnachtsfest wünsche:

Ich wünsche ihm Kraft,
ich wünsche ihm Gottes Wohlwollen,
ich wünsche ihm ein inneres Glück,
ich wünsche ihm ein inneres Wachsen,
ich wünsche ihm Gottes Schutz,
ich wünsche ihm Bewahrung,
ich wünsche ihm Gottes gütige Zuwendung, Geborgenheit und Frieden.

Auch Dir wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachten!

PS: Und lasst Euch vom “Supersymbolfoto”, das von http://www.flickr.com/photos/gattusoforever/ kommt, nicht irritieren.

Posted in Allgemein at Dezember 23rd, 2008. 5 Comments.

Oder auch: ‘Der Student kann das Studiensystem verändern

Seit der flächendeckenden Einführung des (neoliberalen) Bachelor-Master-Studiensystems klagen viele Studenten über die verschulte und komprimierte “Turboisierung” ihres Studiums: Es gilt in kurzen Abständen Leistungstests zu bestehen und Module in eng definierten Zeiträumen zu absolvieren, um dann nach einer Regelstudienzeit von planmäßig 6 Semestern von der Hochschule auf den Arbeitsmarkt gespien zu werden. Stress, Leistungsdruck und Angst sind die Auswirkungen dieser Reform, die wiederum einen Rückgang an Freizeit und Freiheit - schwindende Freiräume für soziales Engagement und eine Blick über den Tellerrand - zur Folge haben.

Doch ist die Situation nicht ausweglos und “das System” lässt durchaus Freiräume, die es gilt vom Einzelnen bzw. vom Kollektiv der Einzelnen genutzt zu werden.

Schon Herbert Marcuse stellte in seinem Werk ‘Der eindimensionale Mensch‘ fest, dass

“die fortgeschrittene Industriegesellschaft [zwar] imstande ist, qualitative Änderung [der Lebensumstände der Menschen] für die absehbare Zukunft zu unterbinden [...], dass [aber gleichzeitig] Kräfte und Tendenzen vorhanden sind, die diese Eindämmung durchbrechen und die Gesellschaft sprengen können.”

Letztlich besitzen also die Menschen die Kraft gesellschaftlich oder systemisch bedingte Unzulänglichkeiten zu “sprengen” bzw. zu überwinden. Ein wundervolles Beispiel hierfür bietet eben jenes BA-Studiensystem, das hier in Erfurt derzeit von den Studenten gesprengt wird. Während von der durch wirtschaftliche Interessen gelenkten Bildungspolitik und Hochschulleitungen Kürze und Berufsqualifikation propagiert und als die Besonderheit des Studiums glorifiziert werden, entschließen sich immer mehr Studenten dazu ihre Studienzeit auf 7 Semester oder mehr auszuweiten und sich dabei ein Semester im Ausland zu entspannen oder in Interessengebiete zu versenken.

Das ist schlecht für die Hochschulen. So wurde beispielsweise die Erfurter Universität immer mehr ökonomisiert und erhält mittlerweile nur noch Mittel, wenn sie eine möglichst hohe Zahl von Studenten in der Regelstudienzeit durch ihr Studium schleust. Also: Statistik ist im Arsch, weniger Geld.

Das ist gut für die Studenten, die beginnen zu reflektieren und sich aus der Fessel des systemischen Zwangs zu befreien - Dinge tun, die man tun möchte, aus sich heraus.

Und das ist gut für die Gesellschaft, die vielleicht auch beginnt sich zu fragen: Was will ich leisten, was kann ich leisten, warum mache ich das überhaupt usw. usf.

Posted in Allgemein at Dezember 18th, 2008. No Comments.

Mit den heutigen beiden Posts eröffne ich (voraussichtlich mit Unterbrechungen) eine Einführungsreihe zur kritischen Theorie.

Zum Einstieg die Grundsatzfrage der kritischen Theorie: “Könnte es nicht auch anders sein?”

Posted in Allgemein at Dezember 18th, 2008. No Comments.


Mein Blog erfreut sich in der Regel 1-20 Besuchern pro Tag. Zur Illustration der Möglichkeiten, die soziale Netzwerke zur Diffusion von Informationen (sowas wie die Telefonlawine bei den drei Fragezeichen) bieten, habe ich letzte Woche in meiner Statusnachricht beim StudiVZ auf meinen Blog verwiesen. Prompt entstand der Peak in der obigen Grafik. Zu beachten ist hierbei, dass der Telefonlawinen-Effekt ja eigentlich noch gar nicht eingetreten ist. Hierzu hätten meine StudiVZ-Freunde meine Statusnachricht ebenfalls publizieren müssen, woraufhin ihre Freunde den Blog besucht hätten und dann hätten diese Freunde, … und so weiter.

Scho’ interessant, gell?!

Posted in Medienwandel at Dezember 11th, 2008. 5 Comments.

Natürlich gibt es nicht nur die berühmten Agathe Bauer Song-Verhörer sondern auch die etwas weniger Patrick Diplomacy-Songverhörer*. Hier die Nummer eins, genau zuhören!

fools_garden-patrick_diplomacy.mp3

*Wer ist Patrick Diplomacy? Erfahre hier mehr!

Posted in Kulturelle Artefakte at Dezember 3rd, 2008. No Comments.

via tautoko

Posted in Kulturelle Artefakte at Dezember 3rd, 2008. 1 Comment.

Habe gerade versucht im Gespräch zu verdeutlichen, welches Problem sich ergibt, wenn Männer eine Intimrasur vornehmen: Tägliche Ganzkörperrasur. Also, völliger Schwachsinn! Zur näheren Erläuterung habe ich folgende Zeichnung erstellt.

Posted in Kulturelle Artefakte at Dezember 3rd, 2008. 1 Comment.