Nachdem vorgestern der erste Schnee hier in Erfurt gefallen ist, wird es höchste Zeit dem nun endgültig vergangenen Sommer ein paar letzte Zeilen (und Bilder) zu widmen und den großartigen Sommertrip, den ich mit meinem alten Freund Birger unternahm, Revue passieren lassen.

Der Retro-Chique der Fotos erklärt sich übrigens dadurch, dass diese mit einer analogen Einwegkamera (ohne Blitz) geschossen wurden (interessante Erfahrung auf 54 Bilder beschränkt zu sein).

Rainer. Der Flug vom Militärflughafen Billigflughafen Baden-Baden nach Girona, von dort nach London und von London zurück nach Baden-Baden kostete uns rund 80 Euro pro Person. Für den selben Preis fahre ich von Erfurt nach Lübeck und zurück. Merke: Während meine Eltern zu ihrer Studentenzeit noch aus kostengründen mit dem Auto oder dem Interrail verreist sind, wird heute - um Geld zu sparen - geflogen. Ist das pervers?

Paradise I. Gecampt haben wir in Blanes, einem Touristenort an der Costa Brava in der Nähe von Lloret de Mar. Die touristisch genutzten “Sozialen Wohnungsbauten” sorgten gleich für ein heimisches Gefühl. Allen Urlaubern, die im Spätsommer/Frühherbst nach Nordspanien fahren sei noch gesagt, dass sie mit Wetterwechsel aufgrund von Mistralwinden rechnen sollten!

Traumhaft. Ein Kontrastprogramm bot eine Fahrradtour in Richtung Norden. Auch wenn wir das Höhenprofil der Strecke falsch kalkuliert hatten, schafften wir es immerhin bis zu einer nahegelegenen Bucht.

Architektur und Natur. Die zwei Tage Barcelona hätten unterschiedlicher nicht sein können. Der erste verregnet und grau, der zweite Tag wartete mit 30 Grad+ auf. Auf dem oberen Bild ein Blick über die Stadt vom Montjuic. Auf dem Berg befinden sich die Anlagen der olympischen Spiele 1992. Der fast dreistündige Abstieg (verirrt!) vom Berg wurde durch Parks und Baukunst mehr als erträglich. Auf dem unteren Bild ein architektonisches Meisterwerk: Torre Agbar.

ÖPNV. Der öffentliche Nahverkehr Barcelonas wird durch ein flächendeckendes Fahrradverleihsystem ergänzt. An unzähligen Punkten in der Stadt kann man (wenn man sich vorher registriert hat) Fahrräder entleihen. Mehr Infos

Paradise II. Wahrlich paradisisch: Der St. James Park am Tag unserer Ankunft in London. Bei überraschend warmen Temperaturen war der Park am sonnigen Sonntagnachmittag bevölkert von entspannten Menschen aller Altersklassen und aller Couleur. Vielfalt ist der Schlüssel. So wünschte ich mir sollte jeder Sonntag sein.

Monokultur. Während mich das Geschäftsviertel rund um Canary Wharf bei meinen letzten Londonbesuchen noch völlig begeisterte, wich diese Begeisterung dieses mal einer Ernüchterung. Ob es am schlechten Wetter, am krassen Kontrast zu Camden Town oder der schlechten Stimmung in Folge der Finanzkrise lag?

Das Bild zeigt die Underground-Station “Canary Wharf” in der Rushhour. Glasscheiben verhindern, dass Menschen von den schwarzgewandeten Massen vom Bahnsteig gedrückt werden. Interessante Randnotiz: Wie wir am Abend aus der Zeitung erfuhren waren an diesem Tag 2000 Angestellte der Lehman Brothers Hauptzentrale in den Docklands entlassen worden.

Goodbye Dandryer. Diese Entdeckung wäre sicherlich auch einen eigenen Artikel Wert gewesen. Seit Jahren ärgere ich mich über die Standard-Luft-Handtrockner (i. d. R. vom Fabrikat “DanDryer”). Auf Londons öffentlichen Toiletten entdeckten wir dann sog. Power-Luft-Handtrockner. Auf dem Bild ist links solch ein Turbo-Teil zu sehen. Man steckt die Hände quasi in das Gerät und der Luftstrom zieht einem beim Herausziehen der Hände das Wasser von der Haut. Ausführlicher hat sich bereit SpOn dem Thema gewidmet

Zum Schluss. Jedem, der in London relativ preiswert und stylisch Urlaub machen will und auf ein gewisses Mindestmaß an Hygiene und Service Wert legt, empfehle ich das Clink-Hostel.

Fotos von: mir (Bild 1-7); http://www.flickr.com/photos/contentious/; http://www.flickr.com/photos/basial/; http://www.flickr.com/photos/normko/; http://www.flickr.com/photos/finkangel/

Posted in Allgemein at November 1st, 2008. Trackback URI: trackback
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