Während sich die halbe Medienwelt vordergründig noch vor dem Internet und den Veränderungen, die es mit sich bringt fürchtet, werkeln die großen Fernsehanstalten daran ihre Angebote auch über die Internetleitung abrufbar zu machen. Zeitungen und Zeitschriften bieten ihren Text-Content ja bereits seit einigen Jahren komplett online an - teilweise kostenfrei, teilweise kostenpflichtig. Nahezu ausnahmslos sind auch alle Radiosender online verfügbar. Die Folgen sind weder das Ende der professionellen “Qualitätsmedien” oder das Ende des gedruckten Wortes, wie es von vielen konservativen Medienmachern prophezeit wurde.

Nur das Fernsehen ließ mit der Umstellung auf Internetfähige Angebote auf sich warten. Doch der Druck, den Angebote wie YouTube oder AlluC auf die TV-Stationen machen zeigt Wirkung. Nachdem das ZDF letztes Jahr auf der IFA seine “Mediathek” promotet hat, stellen verschiedene Sender ARD-Rundfunkanstalten mittlerweile nicht nur ihre Sendungen online, sondern bieten ihr komplettes Programm im Live-Stream an (HR Fernsehen, KIKA). Daneben existiert Software, wie etwa Zatoo, die es bereits möglich macht verschiedene Sender über das DSL-Kabel zu empfangen.

Der strukturelle Wandel wird wohl überschaubar sein: Schon seit langer Zeit kann man via Satellit alle Sender der Welt quasi kostenlos empfangen, TV-Karten für den PC gibt es auch schon seit langem. Fraglich bleibt, was mit den Füllsendungen (call-in, ) passieren wird, wenn die Zuschauer “on-demand” eine Sendung mit mehr Unterhaltungs- oder Informationsgehalt auswählen können.

Posted in Allgemein, Medienwandel at Februar 10th, 2008. No Comments.

Wenn Information jederzeit und in fast unendlichem Maß verfügbar ist,
dann bleibt Erleben nach wie vor ein rares Gut.
Dinge werden dann erlebbar, wenn man sie mit anderen Menschen teilt. — Michael Zink in brand eins (02/2008)

Posted in Zitate at Februar 9th, 2008. No Comments.

Eine der großen Schwächen Wikipedias ist es, dass es keine ordentlich funktionierenden Abstimmungsverfahren gibt, anhand derer beispielsweise entschieden wird, welche Veränderungen an einer Seite übernommen werden oder welche Artikel ein bestimmtes Güteprädikat erhalten. Die Konsequenz sind sogenannte Edit-Wars: Zwei oder mehr Autoren machen im fröhlichen Wechselspiel vorgenommene Änderungen des jeweils anderen Autoren rückgängig. Zur Vertrauenswürdigkeit von Inhalten und zur Qualität der größten Online-Enzyklopädie der Welt trägt dies sicherlich nicht bei.

Im Zuge des Übersetzungsprozesses des Facebook haben sich die Macher des weltweit größten sozialen Netzwerks nun etwas kluges einfallen lassen: Zum einen greifen sie, ähnlich wie Wikipedia, auf die sogenannte “Peer Production” zurück und nutzen die Kompetenzen der internationalen User zum Übersetzen sämtlicher Text-Inhalte des Facebook. Zum anderen - und hier sind sie der Wikipedia einen Schritt voraus - haben sie einen Peerreviewing-Prozess für jeden übersetzten Inhalt eingeführt: Die User bewerten ob ihnen eine Übersetzung adäquat vorkommt oder nicht und können gleichzeitg alternative Übersetzungen hinzufügen.

Als Anreiz wurde eine Bestenliste eingeführt, in der sich die Nutzer mit den meisten “guten Übersetzungen” ihre Gratifikation abholen können. Die Versionen mit den meisten Zustimmungen werden in die deutschsprachige Version des Facebook übernommen.

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1. Bild: Die zu übersetzenden Inhalte werden grün unterstrichen dargestellt, wenn man das Übersetzungs-Panel aktiviert hat.
2. Bild: Mit Pro- und Contra-Pfeilen können Übersetzungen bewertet werden.
3. Bild: Alternative Übersetzungen können eingetragen werden.
4. Bild: Die führenden Übersetzer.

Foto von: http://www.flickr.com/photos/hamburgerjung/

Posted in Medienwandel at Februar 8th, 2008. No Comments.